Laufen im Herbst

Warum der Herbst Ihre neue Lieblingszeit zum Laufen wird

Ob man im Herbst seine Laufschuhe schnürt, hat viel mit der persönlichen Einstellung zu dieser Jahreszeit zu tun. Abgesehen davon gibt es viele gute Gründe und Motivationshilfen, einfach mal loszulaufen.

Der französische Maler Toulouse-Lautrec bezeichnete einmal den Herbst als den Frühling des Winters. Das mag für Viele ein bisschen übertrieben sein. In jedem Fall ist es ein kleiner Hinweis darauf, dass so Manches im Leben Einstellungssache ist. Dazu gehört auch das Laufen, wenn draußen die Blätter auf den regennassen Boden fallen, die Sonne erfolglos gegen den Nebel kämpft und die Temperaturen sich in Kellernähe tummeln. Wer über diese mentalen Hürden nach draußen springt, wird den Herbst als großartige Jahreszeit zum Laufen entdecken und ihn lieben lernen.

Zeit für Abwechslung

Wenn der Frühling die Zeit für Veränderung ist, dann ist der Herbst die Zeit für Abwechslung. Sobald die laubbedeckte Tartanbahn im Regen schmierseifenglatt geworden ist und der Asphalt mit dem Nebelgrau des Himmels verschwimmt, ist es Zeit für einen Wechsel in die Natur. Sprich Trailrunning über Stock und Stein. Einfach so, locker und ohne Trainingsplan. Dafür aber mit völlig neuen Sinneseindrücken, die nicht nur die Augen ans Gehirn liefern. Sondern auch die Füße. Denn die Füße geben bei jedem Schritt Reize an unsere Datenzentrale weiter, die auf Asphalt nicht zu finden sind. Reize wie spitzer Stein, tiefer Boden oder Wurzel zum Beispiel. So wird das Laufen plötzlich zu einem sensomotorischen Abenteuer. Und zu einem idealen Mittel, um eingeschliffene Bewegungsabläufe einmal aufzubrechen.

Trailrunning bringt viele Vorteile:
  • optimiert die Koordination
  • ist gut für die Kondition
  • trainiert auf vielfältige Weise die Muskulatur
  • positive psychische Effekte eines Trailruns in einem farbenfrohen Wald

 



Auf Temperatur kommen


Wer den Herbst für Geländeläufe nutzt, wird aber nicht nur ein vielseitigerer und flexiblerer Läufer. Man wird auch sehr oft nass und deshalb weise. Weise, weil der Herbstregen jeden Läufer früher oder später zur Erkenntnis führt, dass klatschende Tropfen keine natürlichen Feinde des Menschen sind. Sondern wohlmeinende Begleiter, die bei entsprechender Bekleidung und geeignetem Schuhwerk freundlich auf Distanz bleiben.
Eine kleine Faustregel fürs Anziehen: Wenn man vorm Loslaufen leicht fröstelt, dann passt's. Als Entschädigung für das manchmal weniger einladende Wetter belohnt der Herbst den Läufer mit optimalen Bedingungen. So etwa läuft es sich bei weniger Temperatur leichter und länger. Außerdem ist die Herbstluft frei von Pollen, was laufende Allergiker sehr freut. Die optimalen Laufbedingungen sind im Übrigen auch ein Grund, warum im Herbst viele große Laufveranstaltungen über die Bühne gehen. Sie sind eine weitere Motivation, sich in dieser Jahreszeit auf die Füße zu machen.

Eine Frage der Einstellung

  Wer auch im Herbst eine gute Laufleistung zeigen will, muss etwas dafür tun. Zwar gilt es unter ambitionierten Läufern als nicht ganz einfach, die gute Form des Jahres in den Herbst hinüberzuretten, unmöglich ist es jedoch nicht.


Dazu bedarf es eines speziellen Saisonaufbaues. Im Wesentlichen geht es darum, im Juni einen regenerativen Monat einzulegen und dann einen Neuaufbau zu starten. Wer keine absoluten Höchstleistungen anstrebt und die Form des Sommers bis in den Herbst konservieren will, dem sei zu ca. 150 Minuten Training in der Woche geraten. So bleibt die die Ausdauer erhalten. Natürlich ist das nur ein Richtwert, der noch dazu nur für Männer gilt. Bei Frauen liegt er natürlich etwas niedriger. Wir sprechen umgerechnet also von etwa drei Läufen, die eine lange Einheit und ein Schnelligkeitselement enthalten sollten. Aber unter dem Herbsthimmel geht es zumindest für den Hobbyläufer nicht unbedingt um Bestzeiten. Sondern vielmehr darum, dabei gewesen zu sein und den Herbst zu genießen. 

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